Der zerbrochene Krug

Der zerbrochene Krug

Parodie einer Tragödie von Heinrich von Kleist (1777-1811) -

Ein kostbarer Krug liegt in Scherben und eine Hochzeit ist gleich mit zu Bruch gegangen. Wirklich zerscherbt aber ist in dieser Parodie einer Tragödie Justitia, die Gerechtigkeit.
Es ist Gerichtstag im Provinzstädtchen Huisum in den „vereinten Staaten“ der Niederlande, und Frau Marthe Rull tritt als Klägerin auf. Sie beschuldigt den Verlobten ihrer Tochter Eve, Ruprecht Tümpel, das wertvolle Familienerbstück zerbrochen zu haben, als er in der gestrigen Nacht zu Eve aufs Zimmer schlich. Ruprecht bestreitet das, fordert  seinen Verlobungsring zurück und klagt selber an. Eve habe ihn betrogen, den Krug habe ein Nebenbuhler zerbrochen, den er mit eigenen Augen gestern in Eves Garten gesehen. Und Eve selbst? Sie könnte alles aufklären – und kann es eben nicht, nicht, ohne noch größeren Schaden anzurichten. Denn weder Klage noch der Beklagte sind hier eigentlich das Problem – den wirklich problematischen Casus stellt das Gericht selbst dar.

In der Figur des Richters Adam wird Der zerbrochne Krug zur ‚Parodie einer Tragödie’. Kleist selbst weist hin auf die Verbindung seiner Komödie zu der Tragödie schlechthin, zu Sophokles’ König Ödipus. Hier wie dort ist der Richter zugleich der schuldig Angeklagte. Aber wo Ödipus (als König zugleich Richter, die moderne Gewaltenteilung gab es noch nicht) alles daran setzt, den wahren Schuldigen zu finden und die längste Zeit über nicht weiß, dass er selbst der Schuldige ist, da tut Richter Adam alles in seiner Macht stehende, um den wahren Schuldigen verborgen zu halten, sich selbst nämlich. „Mit dem verfluchten Ziegenbock am Ofen focht ich“, versucht er, dem Schreiber Licht die beiden verräterisch neuen Wunden auf seinem kahlen Schädel plausibel zu machen; ein früher Meister in Sachen ‚alternative facts‘ in den „vereinten Staaten“ … Kleist, unser Zeitgenosse.

 

Fotos © Matthias Stutte
Texte und  Videos © Theater Krefeld und Mönchengladbach

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